Nachhaltigkeitsmanagement

Verpflichtung zu nachhaltiger Entwicklung

Die wichtigsten Werte, an denen Veolia sein Handeln ausrichtet, sind Verantwortung, Solidarität, Respekt, Kundenorientierung und Innovation. Sie unterstreichen, dass sich das Unternehmen aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft beteiligen und dem gesellschaftlichen Interesse dienen möchte.

Die oberste internationale Leitungsebene von Veolia, das COMEX, hat bereits 2014 eine weltweit gültige Strategie unter dem Titel „Unsere Verpflichtungen für nachhaltige Entwicklung“ erarbeitet und veröffentlicht. Mit diesem Bekenntnis zu nachhaltigem Handeln bekräftigt Veolia sein Selbstverständnis als verantwortungsvoller Akteur, der seine Kunden mit ineinander verzahnten Dienstleistungen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Entwicklung begleitet. Diese klare Positionierung betrachten wir als Chance in einem gesellschaftlichen Umfeld, das angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, Verstädterung und Migration ein verantwortungsvolles Handeln von Wirtschaft, Politik und Kommunen mehr denn je einfordert.

Die Strategie gliedert sich in die Aspekte nachhaltige Entwicklung für Kunden und Regionen, Umwelt und Beschäftigte. Jede der neun Verpflichtungen wurde durch konkrete Leistungsindikatoren untersetzt und von einem Mitglied des COMEX in eine Patenschaft übernommen. Über das Global Reporting verfolgen wir regelmäßig die Entwicklung der Indikatoren. Das Global Reporting bindet alle Landesgesellschaften ein und untergliedert sich in Finanzreporting, Umweltreporting und Sozialreporting. Über den Fortschritt der Zielerfüllung berichtet der internationale Nachhaltigkeitsbericht der Gruppe.

Die Verantwortung für Nachhaltigkeit hat Veolia Deutschland formal beim Vorsitzenden der Geschäftsführung angesiedelt. Die Beauftragte für nachhaltige Entwicklung von Veolia Deutschland berichtet direkt an ihn und koordiniert ein spartenübergreifendes Team Nachhaltigkeit. Es unterstützt die verbindliche Verankerung des Themas in den Gesellschaften der Gruppe und gibt Impulse zur nachhaltigen Gestaltung der Dienstleistungen und Prozesse.

Indikator: DNK5: Verantwortung

Verantwortung für nachhaltige Ziele

Veolia in Deutschland hat seine landesspezifischen Ziele entsprechend den Verpflichtungen für nachhaltige Entwicklung strukturiert und priorisiert. Sie fokussieren auf den gesellschaftlichen Mehrwert der Dienstleistungen, auf positive Auswirkungen für die Umwelt und auf die Wertschätzung der Beschäftigten.

Die Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften von Veolia in Deutschland gestalten ihre Zielprozesse auf der Grundlage der übergreifenden Unternehmensziele der Gruppe und tragen durch konkrete Maßnahmen zu ihrer Erfüllung bei. Die Mitwirkung an der Zielerfüllung auf allen Ebenen wird durch eine weit entwickelte Kultur der zielorientierten Führung unterstützt. So finden sich in den Zielvereinbarungen der Manager auf Entwicklungs- und Maßnahmenebene abgestimmte Beiträge zu den Unternehmenszielen. Diese werden im Einzelnen sowohl auf das Team als auch auf den persönlichen Beitrag konkretisiert und sind damit relevant für die Festlegung ergebnisorientierter Gehaltsbestandteile.

In allen drei Geschäftsbereichen von Veolia in Deutschland wurden einheitliche Verfahrensrichtlinien zu Governance-Prinzipien, d. h. zur Kontroll- und Steuerungsstruktur der Unternehmensführung, implementiert. Die Verantwortlichen der operativen Gesellschaften tragen Sorge für deren Einhaltung und Umsetzung und berichten darüber jährlich an die Geschäftsführung. Diese Berichte werden zentral erfasst und dem obersten Managementgremium vorgestellt.

In 2016 wurde ein fortlaufender Prozess zur Überprüfung aller internen Prozesse in den wichtigsten Unternehmen der Veolia Deutschland-Gruppe initiiert. In diesem Prozess wird überprüft, ob und in welchem Umfang die internen Verfahrensregeln des Veolia-Konzerns in der deutschen Organisation umgesetzt wurden. Im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses werden von den Prozessverantwortlichen Aussagen zum Grad der Umsetzung getroffen und Maßnahmen zur Prozessanpassung und Prozessverbesserung umgesetzt.

In Deutschland manifestiert Veolia die nachhaltige Gestaltung seiner Geschäftsprozesse außerdem durch die breite Einführung zertifizierter Managementsysteme (DIN EN ISO 9001, 14001, 50001 sowie OHSAS 18001). 2017 waren 86 Prozent unserer Geschäftstätigkeit durch ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System, 47 Prozent durch ein zertifiziertes Umweltmanagement-System und 43 Prozent durch ein zertifiziertes Arbeitssicherheitsmanagement-System abgedeckt.

Was wichtig ist:
Unsere Stakeholder reden mit

2017 luden wir unsere Beschäftigten und Kunden aus Industrie und Gewerbe zur zweiten Wesentlichkeitsbefragung ein, um die Nachhaltigkeitsthemen für Veolia in Deutschland zu priorisieren.

Alle Ergebnisse unter: nachhaltigkeit.veolia.de/wesentlichkeit

Compliance

Veolia-weit gilt eine einheitliche Ethik-Richtlinie. Sie wurde bereits 2004 von der obersten internationalen Leitungsebene, dem COMEX in Paris, erstmals verabschiedet. Für alle Beschäftigten der Gruppe gilt sie als Verhaltensstandard und wird deshalb an alle Mitarbeiter verteilt. Jede Führungskraft bestätigt die Anerkennung und Umsetzung der Richtlinie per Unterschrift. Damit das Dokument breit bekannt wird, nutzen wir zusätzlich ein E-Learning-Tool und Seminarangebote an den zentralen Unternehmensstandorten.

Die in der Ethikrichtlinie beschriebenen Verhaltensregeln zielen auf die Einhaltung

  • spezifischer Werte und Richtlinien von Veolia sowie
  • der Empfehlungen internationaler Initiativen, an denen die Unternehmensgruppe sich beteiligt, insbesondere des Global Compact der Vereinten Nationen, der internationalen Menschenrechte und der Leitprinzipien der OECD für multinationale Unternehmen sowie
  • der Gesetzgebung der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist.

Ethik-Komitee

Ebenfalls 2004 gründete das COMEX in Paris ein Ethik-Komitee, das sich mit allen ethikbezogenen Fragestellungen befasst. Seine Mitglieder, die zu strikter Unabhängigkeit und Vertraulichkeit verpflichtet sind, geben Empfehlungen zu den Grundwerten des Unternehmens. Beschäftigte aus Deutschland, die Verstöße gegen die vereinbarten Verhaltensregeln bemerken, können sich an das Ethik-Komitee oder an die Kontakt- und Beratungsstelle Anti-Korruption in Deutschland wenden. 2016 und 2017 wurden keine Vorfälle für Veolia in Deutschland gemeldet.

Veolia führt außerdem weltweit ein sogenanntes Fraud-Reporting durch, das zwei Mal im Jahr relevante Vorfälle aufnimmt und berichtet. Alle deutschen Veolia-Gesellschaften nehmen an diesem Verfahren teil. Aufgetretene Fälle werden analysiert, um durch geeignete Maßnahmen das Risiko einer Wiederholung auszuschließen. Für 2016 und 2017 sind in Deutschland keine relevanten Vorgänge gemeldet worden.

Finanzethik

2017 hat Veolia ein Whistleblowing-Verfahren für Finanzethik eingeführt. Über eine eigens eingerichtete Hotline können sich Beschäftigte bei einem Verdacht anonym oder auch offen an den Ethikausschuss wenden. Ethische Werte, Fairness und Compliance nehmen bei  Veolia einen hohen Stellenwert ein. Besonders im Hinblick auf den Finanzbereich ist die Einhaltung der geltenden Regeln und Gesetze immens wichtig, nicht zuletzt, weil Verstöße schwerwiegende Konsequenzen finanzieller oder auch strafrechtlicher Art nach sich ziehen – sowohl für die Führungskräfte als auch für die gesamte Gruppe.

Code of Conduct und weitere präventive Maßnahmen

Weitere präventive Maßnahmen, um korrektes Verhalten im Geschäftsverkehr sicherzustellen, sind der Code of Conduct für das Management sowie der Finance Managers Code of Conduct, Regelungen im Arbeitsvertrag (z. B. bezüglich der Annahme von Geschenken), eine Richtlinie „Berater und Geschäftsvermittler“ aus dem Rechtsbereich, ein internes Kontrollsystem mit Elementen wie Vier-Augen-Prinzip und Funktionstrennung sowie Vollmachts-/Unterschriftenregelungen. Zusätzlich werden bei ausgewählten Veolia-Gesellschaften bzw. bei bestimmten Themen proaktiv Prüfungen durchgeführt. Ein Beispiel dafür sind seit 2017 die von den internen Revisionen einheitlich durchgeführten themenbezogenen Country Audits. So hat in 2017 eine Prüfung der wesentlichen Gesellschaften zum Thema „Regeln und Verfahren zu Interessenkonflikten bei Veolia in Deutschland“ stattgefunden.

Innerhalb von Veolia Deutschland sind Compliance-Fragen direkt dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Veolia Deutschland, Etienne Petit, zugewiesen. Auch in den Tochtergesellschaften der Veolia Deutschland – Gruppe ist das Thema in der Regel dem Vorstands­vorsitzen­den bzw. dem Vorsitzenden der Geschäftsführung zugewiesen.

Die Unternehmen der Veolia-Gruppe setzten auch 2016 und 2017 die geltenden Richtlinien zur Compliance um. Der erforderliche Umfang richtete sich z.B. nach der Größe, der Branche, der Risiken, der Historie etc. des jeweiligen Unternehmens und berücksichtigte aktuelle gesetzliche Anforderungen.
So beschloss der Vorstand von BS Energie auf der Basis einer umfangreichen Compliance-Risiko-Analyse 2015 die Einführung einer formalen Compliance-Organisation (Compliance-Beauftragter und Abteilung Corporate & Compliance). Daraus ergaben sich vielfältige Maßnahmen. Dazu gehörten 2016 der Aufbau eines Beratungsangebots für alle Beschäftigten, die Konzeption eines Schulungsprogramms, die Überarbeitung interner Regelwerke und die Entwicklung eines Compliance-Reportings. 2017 wurden mehr als 100 Beschäftigte geschult zu den Themen Wirtschaftskriminalität, Verhinderung von „Fraud“, Geldwäsche-Prävention, Datenschutz und Kartellrecht. Zudem wurde ein hauptamtlicher Datenschutzbeauftragter bestellt, der sich insbesondere mit der Einhaltung der Anforderungen der neuen Datenschutzgrundverordnung befasst.  

Über gruppenweite Schulungsprogramme wie auch über dezentrale Trainings werden bestimmte Compliance-Themen bei den Mitarbeitern der Veolia Deutschland-Gruppe geschult. So haben in 2017 Compliance-Schulungen zu folgenden Themen stattgefunden:

  • Umfangreiche Schulung zu kartellrechtlichen Fragen (Schulung von über 200 Teilnehmern in 5 halbtägigen Schulungsveranstaltungen in 2017),
  • Schulung zur Reduzierung von strafrechtlichen Risiken im Unternehmen,
  • Schulung „Vermeidung von Interessenkonflikten“,
  • Schulung zur Einhaltung der Veolia-internen Vorgaben zum ethisch vorbildlichen Verhalten,
    Schulung zu Datenschutz-Fragen.

Alle wesentlichen operativen Gesellschaften der Veolia Deutschland Gruppe unterziehen sich zudem einer unabhängigen Zertifizierung als Fachunternehmen in ihrem Geschäftsbereich. In diesem Rahmen werden jeweils die Einhaltung der fachspezifischen rechtlichen Bestim­mungen sowie der Prozess zur Überwachung und Einhaltung der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen unabhängig überprüft.