Projekte im Portrait

Wie die Gemeine Keiljungfer zurückkehrt weil wir die Oker ökologisch entwickeln

Die Überwachung und Verbesserung der Qualität der Braunschweiger Fließgewässer ist Bestandteil des Auftrags der Stadtentwässerung Braunschweig (SE|BS). Die Gewässerqualität verbesserte sich in den letzten Jahrzehnten stetig und stark – und das kommt nicht von ungefähr: Bevor das Niederschlagswasser von Straßen und Dächern in Oker, Schunter und Co. geleitet wird, passiert es rund 60 Probeentnahmestellen, an denen die Wasserqualität untersucht wird. Die SE|BS führt chemisch-physikalische Analysen des Wassers, des Sediments und des Schwebstoffs durch und wertet die biologische Gewässergüte mittels wirbelloser Tiere aus.

Hohe biologische Gewässergüte

dunkelblaue Keiljungfer auf grünen Blättern

Das Ergebnis ist ein Erfolg: In Braunschweigs Fließgewässern fühlen sich selbst anspruchsvolle Bewohner immer wohler. So auch die Gemeine Keiljungfer, Libelle des Jahres 2017. Als typische Fließwasserlibelle ist sie besonders von intakten Gewässern abhängig und profitiert so von der guten Qualität und Strukturvielfalt.

Extensive Gewässerunterhaltung zeigt Wirkung

Die Strukturgütekartierung der Oker zeigte 2017 ein sehr positives Ergebnis vor allem für das nördliche Stadtgebiet. Insbesondere zwischen dem Mittellandkanal und dem Ölper Wehr befindet sich die Oker in vielen Abschnitten in einem naturnahen Zustand. Sie verläuft hier mäandrierend, besitzt eine naturnahe Sohle und liegt eingebettet in ein nur extensiv genutztes Umfeld.

Eine Ursache für die Verbesserung der Strukturgüte ist die Extensivierung der Unterhaltung. Sturzbäume und Totholz verbleiben im Gewässer, dadurch kommt es zu einer Anreicherung mit verschiedensten Strukturen. So erscheint die Oker an mancher Stelle eher als wilde Naturlandschaft denn als städtisch geprägter Fluss. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Ergebnissen der Untersuchungen zur biologischen Gewässergüte nach EU-Wasserrahmenrichtlinie wider. Die Oker besitzt hier ein gutes ökologisches Potential und es kommen zahlreiche fließgewässertypische und strömungsliebende Arten vor, darunter eine andere besonders geschützte FFH-Libellenart, die Grüne Flussjungfer.

Die extensive Gewässerunterhaltung ist ein Beispiel dafür, wie wir die Veolia-Verpflichtungen „Wir entwickeln Geschäftsmodelle mit gesellschaftlichem Mehrwert“, „Wir bieten Lösungen für den Klimaschutz“ und „Wir erhalten Biodiversität und stellen sie wieder her“.