Umwelt - Unser Fortschritt 2016/17

Umweltfreundliche Kreisläufe managen

Der Schutz des Klimas, das Stärken der Kreislaufwirtschaft und die Bewahrung der biologischen Vielfalt gehören für Veolia als Umweltdienstleister zum Kerngeschäft. In der Wesentlichkeitsanalyse bewerteten unsere externen und internen Stakeholder übereinstimmend „Schadstoffeinträge und besondere Umweltrisiken“, „Recycling und Rückgewinnung von Rohstoffen“ sowie „Ressourceneffizienz und Abfallvermeidung“ als wichtigste Umweltthemen für Veolia in Deutschland.

Verpflichtungen

01 Wir bewirtschaften natürliche Ressourcen nachhaltig, indem wir Kreislaufwirtschaft unterstützen
Veolia-KPI weltweit: Status in D 2017:
3,8 Mrd. Euro Umsatz in Kreislaufwirtschaft bis 2020 476 Mio. Euro

Ziele Veolia Deutschland:

  • Wir steigern den Anteil unseres Umsatzes im Bereich der Kreislaufwirtschaft.
  • Wir verbessern Recyclingtechnologien und unterstützen die Rückführung recycelter Rohstoffe in Produktionsprozesse.
02 Wir bieten Lösungen für den Klimaschutz an
Veolia-KPI weltweit: Status in D 2017:
Reduzierung von Emissionen um 100 Mio. t CO2-Äquivalente und Vermeidung von 50 Mio. t CO2-Äquivalenten zwischen 2015-2020

Reduziert: ca. 0,2 Mio. t CO2-Äq.
Vermieden: 0,8 Mio. t CO2-Äq.

Ziele Veolia Deutschland:

  • Wir erhöhen den Anteil erneuerbarer und alternativer Energieerzeugung.
  • Wir verbessern die Ressourceneffizienz von Infrastruktur-Standorten und -Systemen und reduzieren und vermeiden Treibhausgas-Emissionen eigener und für Kunden gemanagter Prozesse.

Verbesserungspotenzial:

  • Die Dekarbonisierungsstrategie ist mit weiteren Schritten zu untersetzen.
03 Wir erhalten die Biodiversität und stellen sie wieder her
Veolia-KPI weltweit: Status in D 2017:
Analyse und Verbesserungsmaßnahmen für Biodiversität an 100 % der relevanten Standorte bis 2020 62 %

Ziele Veolia Deutschland:

  • Wir verbessern Biodiversität an relevanten Standorten.

Ressourcenkreisläufe managen

Das Geschäftsmodell von Veolia als Dienstleister basiert grundsätzlich nicht auf der Inanspruchnahme natürlich vorkommender Ressourcen, sondern darauf, die Ressourceneffizienz unserer Kunden kontinuierlich zu verbessern – nicht zuletzt durch Rückgewinnung von Rohstoffen. Dennoch ist das Managen effizienter Kreisläufe von Trink- und Abwasser, Energie und Wertstoffen auch mit dem Verbrauch von Ressourcen verbunden.

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So nutzt Veolia zur Deckung des Trinkwasserbedarfs in Abhängigkeit von den regionalen Gegebenheiten und unter Abwägung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte sowohl Oberflächengewässer, Grundwasser oder Fernwasser. Bei der Reinigung von Abwasser halten wir sämtliche Grenzwerte ein und können diese vielfach übererfüllen. Anschließend führen wir es in den natürlichen Kreislauf zurück. Veolia sorgt für die kontinuierliche Instandhaltung von Wasser-Infrastrukturen, um Wasserverluste auf dem Weg zum Kunden auf ein ökologisch und ökonomisch vertretbares Mindestmaß zu reduzieren. Den Schutz der wertvollen Ressource Wasser, auch durch die Bewahrung eines gesunden natürlichen Umfelds der Quellen, in denen es gewonnen wird, verstehen wir als Teil unseres Versorgungsauftrags. Im Rahmen des Programms Water2Energy sorgt Veolia dafür, Energie aus Abwasser zu gewinnen und zur Deckung des Energiebedarfs der Kläranlagen zu nutzen.

Für das Managen von Wertstoffkreisläufen verfügt Veolia über besondere Kompetenz darin, dezentrale Abfallströme effizient zusammenzuführen und durch spezifische Aufbereitungsprozesse in recycelte Rohstoffe umzuwandeln. Das gilt insbesondere für große Wertstoffmengen wie beispielsweise im Bereich Altpapierrecycling, in dem Veolia Marktführer ist. Dieses Know-how setzen wir aber auch für kleinere, nicht weniger bedeutsame Abfallströme ein. So gewinnen wir Phosphor und Stickstoff aus dem Abwasser zurück, stellen lebensmitteltaugliche PET-Flakes aus Einwegflaschen her, betreiben eine der modernsten Kühlgeräterecyclinganlagen Europas und produzieren Kompost aus Bioabfall und Grünschnitt.

Mit unseren Produkten und Dienstleistungen zum Energiemanagement begleiten wir unsere Kunden auf dem Weg in eine ressourceneffiziente und kohlenstoffarme Energieerzeugung. So versorgen unsere Energieeffizienz-Quartiere Stadtteile oder Industriegebiete ressourcenschonend und kostensparend.

Naturstromprodukte und atomstromfreie Produkte gehören zum Portfolio der Veolia-Stadtwerke. Neu angestoßen wurden 2017 Projekte für innovative Wärmekreisläufe. So startete in Braunschweig das über das Programm Horizon 2020 finanzierte Projekt ReUseHeat. Das europäische Konsortium, dem BS Energy angehört, zeigt neue Wege auf, um Abwärme in Städten zurückzugewinnen und zu nutzen. In Braunschweig entsteht ein Niedrigtemperatur-Wärmenetz, welches die Abwärme eines Rechenzentrums wiederverwertet. Die Stadtwerke Springe erhielten die Zusage für bis zu 8,3 Millionen Euro aus einem Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative für ein Fernwärmeprojekt. Hier werden zur klimaneutralen Wärmeversorgung in der Stadt Springe ein Holz-Heizwerk mit Netzleitstelle und eine PV-Anlage errichtet sowie eine neue Fernwärmeleitung verlegt.

LKW beim Entladen

Veolia hat sich weltweit das Ziel gesteckt, den Umsatz im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu erhöhen. Deutschland trug zur Umsetzung dieses Ziels 2017 mit 476 Mio. Euro Umsatz bei. Das gelang nicht nur auf der Grundlage der bisherigen Geschäftsaktivitäten, sondern auch durch die gezielte Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien.

2016 investierten Veolia Umweltservice und Geraer Umweltdienste 1,4 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Sortieranlage im Recyclingzentrum Untitz. Mit der erneuerten Technologie sind höhere Wertstoffquoten erreichbar. Dank einer mobilen Anlage zum Zerkleinern von Rotorblättern erleichtern wir seit 2016 die Erneuerung und den effizienten Betrieb von Windkraftanlagen. In Kooperation mit einem Startup suchen wir darüber hinaus eine Lösung für die stoffliche Verwertung der dabei gewonnenen Reststoffe. Gemeinsam mit dem Europäischen Netzwerk EIT RawMaterials erproben wir im Rahmen des Projekts PhosForce eine verbesserte Lösung zur Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser. 2017 ist Veolia Deutschland der Healthy Printing Initiative von EPEA beigetreten. Sie führt Unternehmen aus verschiedenen Sektoren zusammen, die sich gemeinsam für die Entwicklung und Etablierung eines innovativen Produkts einsetzen möchten, das den Cradle-to-cradle-Kriterien gerecht wird und nach seiner Nutzungsphase und mehrfachem Recycling kompostiert werden kann.

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Unser Klimafussabdruck

Veolia in Deutschland setzt auf strategisches Energiemanagement, um die Umweltauswirkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit weiter zu reduzieren. 94 Prozent unserer Geschäftstätigkeit waren 2017 von einem zertifizierten Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2011 abgedeckt.

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2017 betrug unser gesamter Energieverbrauch 2,57 Millionen MWh. Die direkten Treibhausgas-Emissionen beliefen sich auf 0,608 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was einer leichten Steigerung um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die indirekten Emissionen sanken gegenüber dem Vorjahr um fast 25 Prozent auf 0,047 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Im Bereich der Energieerzeugung stieg der Anteil erneuerbarer Quellen 2017 leicht um 1,6 %. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten genutzten Energie betrug rund sieben Prozent.

Ein Meilenstein zur Vollendung der Energiewende in Braunschweig ist das zukunftsorientierte Erzeugungskonzept für die Energieversorgung der Stadt, welches gemeinsam mit Veolia erarbeitet und 2017 beschlossen wurde. Es sieht den vollständigen Verzicht auf den Energieträger Kohle zugunsten erneuerbarer Energien, Abwärmenutzung und Erdgas vor.

Das Bio- und Holzkraftwerk Zapfendorf gehört seit 2016 zu Veolia. Es erzeugt pro Jahr ca. 47 000 MWh Strom, der auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ins öffentliche Netz eingespeist wird und 12 000 Haushalte versorgt. Außerdem beliefert das Kraftwerk benachbarte Betriebe und die Kläranlage mit Wärme und Prozessdampf.

Veolia hat 2017 weltweit die Plattform GreenPath ins Leben gerufen. Sie führt die bereits bestehenden Instrumente zur Berechnung des Carbon Footprints, des Water Impact Index und zur Analyse des Potenzials für Biodiversität zusammen und kann dabei auf standortspezifische Daten des Umweltreportings zurückgreifen. Zehn Mitarbeiter von Veolia in Deutschland wurden 2017 für die Nutzung der Berechnungstools geschult. Die Footprint-Analysen können sowohl für eigene Anlagen, als auch für Werke und Projekte von Kunden genutzt werden. Die Ergebnisse ermöglichen den Vergleich verschiedener Szenarien für Entsorgungs-, Wasserversorgungs- und Energiedienstleistungsprojekte im Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen.

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Fuhrparkmanagement

Veolia unterhält in Deutschland mehrere tausend Lastkraftwagen, Spezialfahrzeuge, Lieferwagen, Poolfahrzeuge, Service-Pkw für Vertrieb, Außendienst, Objektbetreuer u. Ä. sowie Dienstwagen für Führungskräfte. Diese Flotte ist ein wesentlicher Emittent von Treibhausgasen. Deshalb optimieren wir den Fahrzeugbestand in allen Geschäftsbereichen kontinuierlich. So lag der Anteil der Fahrzeuge mit Euro6-Norm 2017 bei rund 30 %. Pro gesammelte Tonne kommunalen Abfalls verursachten wir 2017 durchschnittlich 180 Gramm CO2-Emissionen.

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2017 wurde eine gemeinsame Fuhrpark-Richtlinie für Dienstwagen in den Unternehmen der Veolia-Gruppe in Deutschland eingeführt. Sie beinhaltet insbesondere eine Bonus-Malus-Regelung für PKW, welche den Einsatz von Fahrzeugen mit geringen Emissionswerten fördert.

Neben den technischen Voraussetzungen ist das Fahrverhalten insbesondere in Lastkraftwagen ein wesentlicher Faktor für den Kraftstoff-Verbrauch. Deshalb wurde zusätzlich zu den schon bestehenden Fahrtrainings 2016 das Projekt EcoDrive eingeführt. Dabei werden verschiedene Messgeräte ins Fahrzeug eingebaut. Sie erfassen beispielsweise starkes Bremsen und Beschleunigen, Leerlauf von mehr als fünf Minuten, übermäßiges Überdrehen und Geschwindigkeitsüberschreitungen. Ein Display zeigt dem Kraftfahrer wesentliche Abweichungen von Normwerten an. Am Ende eines Arbeitstages wird ein Koeffizient ermittelt, der alle Fahreigenschaften vereint und einen Vergleich mit anderen Fahrern und Fahrten ermöglicht. Die durchschnittliche Kraftstoffeinsparung durch den Einsatz von EcoDrive lag im Pilotprojekt mit 54 Trucks bei rund 8,9 %. Entsprechend sinkt auch der CO2-Ausstoß. Außerdem führte der Einsatz der Geräte zu mehr Sicherheit und zu einer wesentlich verringerten Anzahl von Schäden an den Fahrzeugen.

roter LKW auf einem grünen Feld

Ein weiterer Fokus unseres Engagements im Fuhrparkmanagement liegt auf der aktiven Mitgestaltung der urbanen Mobilität der Zukunft. Veolia fördert seit 2017 eine Forschungskooperation im Bereich Elektromobilität zwischen BS Energy und dem Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen (elenia) der Technischen Universität Braunschweig mit 30.000 €. Darin sollen zum einen in praktischen Versuchen die Auswirkungen von Elektromobilität auf das Niederspannungsnetz bei Ladeprozessen von Elektro- und Hybridfahrzeugen ermittelt werden. Zum anderen werden neue Technologien und Systeme zur aktiven Steuerung des Stromverbrauchs auf Funktionalität und Integrierbarkeit getestet, bevor diese flächendeckend eingesetzt werden. Im Zuge der Kooperation wird die Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände von BS Energy mit zusätzlicher Automatisierungs-, Mess-, Netzwerk- und Steuerungstechnik ausgestattet. Es sollen verschiedene Netzbelastungsszenarien betrachtet und die Steuer- und Regelbarkeit von Ladetechnik erprobt werden. Die Netzwerktechnik verbindet sämtliche Teile der Infrastruktur über Lichtwellenleiter und sichert so eine schnelle und zuverlässige Datenkommunikation. So können sämtliche Mess- und Zustandsdaten an autorisierte Nutzer übertragen werden und zusätzlich daraus Visualisierungen auf Basis von Datenbanken erstellt werden. Die Versuchsanlage steht darüber hinaus auch als Anschauungsobjekt für interessierte Unternehmen zur Verfügung. Für das Forschungsprojekt werden ab Ende 2017 38 neue Elektro-Hybridfahrzeuge den Fuhrpark von BS Energy ergänzen. Insgesamt umfasst der Fuhrpark dann 92 Elektro-, Hybrid- und Erdgas-Fahrzeuge. Damit verfügt jedes zweite Fahrzeug der Firmenflotte über einen alternativen Antrieb.

Unsere Stadtwerke förderten auch 2016 und 2017 den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Insgesamt betreiben sie aktuell 115 Elektrotankstellen verschiedenen Typs.

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Biologische Vielfalt schützen

Unsere operative Tätigkeit braucht mit ihren Anlagen oft große Flächen – sei es beim Management von Wasserkreisläufen, der Optimierung von Energiesystemen oder der Gewinnung von Recyclingrohstoffen aus Abfall. Zugleich nutzen wir in einigen Bereichen natürliche Behandlungsmethoden, wie beispielsweise bei der biologischen Abwasserreinigung. Vor diesem Hintergrund übernimmt Veolia auch Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung von Biodiversität.

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Weißstorch auf einer Landstraße vor einem Baufahrzeug

In Braunschweig ist das ökologische Management des Flusses Oker ein Teil des Auftrags der Stadtentwässerung Braunschweig (SE|BS). Die Gewässerqualität verbesserte sich in den letzten Jahrzehnten stetig und stark. Heute ist am Fluss beispielsweise die Gemeine Keiljungfer beheimatet, Libelle des Jahres 2017.

Weltweit verfolgt Veolia für die Erhaltung von Biodiversität einen einheitlichen, systematischen Ansatz. Über das Umweltreporting werden relevante Standorte identifiziert, die sich durch die Nähe zu Schutzgebieten, den Anteil unversiegelter Fläche und das Vorkommen geschützter Arten auszeichnen. Diese analysieren wir – in Deutschland gemeinsam mit unserem Partner NABU –, entwickeln Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität und setzen diese um.

Seit 2016 entwickeln wir unsere Niederlassung in Droben (Veolia Umweltservice Ost) zu einem zweiten Leuchtturm-Projekt für Biodiversität an unseren operativen Standorten. Hier haben wir in enger Kooperation mit der Kommune und der regionalen NABU-Gruppe einen Umbau von Nadel- zu Mischwald begonnen, renaturieren Heideflächen und fördern durch Nisthilfen die Vogelpopulation.

2016 hat Veolia einen Landesplan für die Förderung von Biodiversität in Deutschland verabschiedet. Er sieht vor, 2017 und 2018 weitere Verbesserungen an eigenen Standorten anzustoßen, zusätzlich zu den Standorten Essenheim und Droben ein drittes Leuchtturmprojekt zu entwickeln und mit lokalen und regionalen Initiativen für die Förderung biologischer Vielfalt zu kooperieren.

Veolia Deutschland befasst sich auch mit besonderen Umweltrisiken, die noch nicht Teil des Kerngeschäfts sind. So brachte Veolia beim Climathon 2017 eine Challenge zum Thema Luftqualität in Innenräumen ein. Die Luftqualität in Gebäuden kann ein Gesundheitsrisiko darstellen, denn sie ist bis zu 100 Mal verschmutzter als draußen. Um dem entgegenzuwirken, suchten internationale Studentinnen und Studenten nach innovativen Konzepten. Initiator des Climathon ist Climate-KIC, Europas Initiative für klimafreundliche Innovationen. Insgesamt 103 Städte und Regionen auf sechs Kontinenten beteiligten sich am Climathon. Rund 2 700 engagierte Menschen entwickelten innerhalb von 24 Stunden eine ganze Reihe von Lösungen für die klimafreundliche Stadt der Zukunft.

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