Einführung

Umwelt

Bei Veolia hat das Selbstverständnis als Umweltdienstleister eine lange Tradition. Heute betrachten wir die Entkoppelung von Konsum und Ressourcenverbrauch durch Kreislaufwirtschaft, den Klimaschutz und den Schutz der biologischen Vielfalt als dringlichste Umweltaufgaben, zu denen wir mit unseren Dienstleistungen einen Beitrag leisten möchten.

01 Ziele

Wir bewirtschaften natürliche Ressourcen nachhaltig, indem wir die Kreislaufwirtschaft unterstützen.

  • Wir bauen Vorschläge für Kreislaufwirtschaft in jedes unserer Angebote ein.
  • Wir entwickeln bessere Recycling-Prozesse.

Wir bieten Lösungen für den Klimaschutz an.

  • Wir führen weiterhin Energie-Managementsysteme an geeigneten Standorten ein.
  • Wir verringern den Ausstoß von Treibhausgasen an unseren Standorten und bei unseren Partnern.
  • Wir nehmen das Thema umweltfreundliche Mobilität stärker in den Fokus.
  • Wir steigern unsere Eigenerzeugungskapazität im Bereich erneuerbare Energien.
  • Wir reduzieren unseren Energieverbrauch.
  • Wir verringern die spezifischen Verluste in unseren Wasser- und Wärmenetzen.

Wir erhalten Biodiversität und stellen sie wieder her.

  • Wir verbessern die Biodiversität an relevanten Standorten in Kooperation mit dem NABU.
02 Erfolge
  • Wir haben innovative Recyclingprozesse für Phosphor und Stickstoff sowie wertvolle Metalle entwickelt.
  • Die Geschäftsbereiche Wasser und Energie haben vollständig ein zertifiziertes Energiemanagementsystem eingeführt, der Geschäftsbereich Entsorgung bislang in den Regionalgesellschaften West und Ost sowie bei der PET Recycling GmbH.
  • Seit 2010 haben wir Verbesserungsmaßnahmen der biologischen Vielfalt an rund 20 Veolia-Standorten initiiert.
03 Verbesserungspotenzial
  • Weitere Reduzierung des Energieverbrauchs und des Ausstoßes von Treibhausgasen.
    Veolia hat sich weltweit bis 2020 ein Reduktionsziel klimaschädlicher Emissionen um 100 Millionen Tonnen und Vermeidung von 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gesetzt.

Bericht Umwelt

Umwelt Ressourcen durch Kreislaufwirtschaft schützen

In der Stakeholder-Befragung zur Wesentlichkeitsanalyse 2014 haben wir unter anderem einen starken Bedeutungszuwachs für die Themen Ressourceneinsatz und Rückgewinnung von Rohstoffen sowie für den Erhalt der biologischen Vielfalt herausgearbeitet. Diese Erwartungen unserer Interessengruppen korrespondieren mit den Veolia-Verpflichtungen für die Umwelt, die die Themen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität in den Mittelpunkt rücken und die Veolia in Deutschland mit eigenen Zielen untersetzt hat.

Starker Bedeutungszuwachs für die Themen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität

Unsere Verantwortung für Ressourcen erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette und beginnt schon beim Einsatz von Ressourcen.

Zur Deckung des Trinkwasserbedarfs nutzen wir unter Abwägung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte sowohl Oberflächengewässer, Grundwasser oder Fernwasser in Abhängigkeit von den regionalen Gegebenheiten. 

  • Dank sorgfältiger Reinigung des Abwassers, bei der sämtliche Grenzwerte eingehalten oder übererfüllt werden, können wir es anschließend in den natürlichen Kreislauf zurückführen.
  • Wir sorgen für die Instandhaltung von Wasser-Infrastrukturen, um Wasserverluste auf dem Weg zum Kunden auf ein ökologisch und ökonomisch vertretbares Mindestmaß zu reduzieren.

Wir verfügen über besondere Kompetenz darin, dezentrale Abfallströme effizient zusammenzuführen und durch geeignete Aufbereitungsprozesse in recycelte Rohstoffe umzuwandeln. Das gilt für große Wertstoffmengen wie beispielsweise im Bereich Altpapierrecycling, in dem Veolia Marktführer ist.

Ebenso setzen wir dieses Know-how aber auch für kleinere, nicht weniger bedeutsame Abfallströme ein. So gewinnen wir Phosphor und Stickstoff aus dem Abwasser zurück und stellen lebensmitteltaugliche PET-Flakes aus Einwegflaschen her. Es gibt zahlreiche weitere Beispiele dafür, wie wir erneuerte Ressourcen in Kreisläufe zurückführen.

  • In Hannover betreiben wir eine der modernsten Kühlgeräterecyclinganlagen Europas. Hier werden bis zu 50 alte Kühlgeräte pro Stunde in ihre Einzelteile zerlegt, dabei wertvolles Material wiedergewonnen und Schadstoffe kontrolliert abgeschieden. Die fachgerechte Entsorgung von nur einem Haushaltskühlgerät vermeidet etwa zwei Tonnen CO2-Äquivalent – in Hannover ergibt sich für 2015 eine Einsparung von knapp 160 000 Tonnen.
    www.issuu.com/nahdran > Ausgabe 2/2014
  • Aus Bioabfall und Grünschnitt produzieren wir jedes Jahr circa 100 000 Tonnen Kompost. Der wertvolle Bodenverbesserer wird durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost geprüft.

Energie managen

Um die Umweltauswirkungen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit weiter zu reduzieren, setzen wir auf strategisches Energiemanagement. 2014 haben die Geschäftsbereiche Wasser und Energie sowie die PET-Recycling GmbH und 2015 der Geschäftsbereich Entsorgung, Region West und Ost ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2011 aufgebaut, in die Praxis umgesetzt und zertifiziert.

2015 betrug unser gesamter Energieverbrauch 2,39 Millionen MWh. Er stieg ebenso wie die direkten Emissionen um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Zurückzuführen ist diese Erhöhung auf einen höheren Wärmebedarf in 2015 und den dadurch stärkeren Einsatz des Kohlekessels im HKW Mitte in Braunschweig.

Hingegen sanken 2015 die indirekten Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 84 Prozent, was auf den verringerten Energieeinkauf und das Ende des OTWA-Auftrags für den Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal zurückzuführen ist.

Im Bereich der Energieerzeugung betrug der Anteil erneuerbarer Quellen 2015 11 Prozent und weist damit eine kontinuierliche Steigerung auf. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten genutzten Energie erhöhte sich deutlich auf 12,69 Prozent. Dazu leisteten die Inbetriebnahme des Biomasse-Heizkraftwerks Hungerkamp, die Umstellung der Stadtwerke Thale auf Biogas sowie des Blockheizkraftwerks Ölper auf Biomethan den wichtigsten Beitrag. Außerdem wurde 2015 erstmals die Nutzung von Energie aus Wind-, Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen für den Geschäftsbereich Energie in das Umweltreporting integriert.

Mit der Gestaltung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen begleiten wir unsere Kunden auf dem Weg in eine ressourceneffiziente und kohlenstoffarme Gesellschaft.

Gesamtenergieverbrauch 2015: 2,39 Mio. Megawattstunden
  • Mit unserem Produkt Energieeffizienz-Quartier (EEQ) helfen wir unseren Kunden dabei, Stadtteile oder Industriegebiete ressourcenschonend und kostensparend zu versorgen.
    www.veolia.de/eeq
  • Dank digitaler Dienstleistungen der Veolia-Stadtwerke nutzen unsere Kunden verstärkt erneuerbare Energien. Seit 2015 bieten die Stadtwerke Elm-Lappwald und Springe in Kooperation das Online-Portal Greenergetic an, über das Kunden ihre eigene Solaranlage planen und deren Rentabilität prüfen können. Nach einer Expertenbewertung bietet es die Auswahl zwischen zwei Finanzierungsmodellen an. Eine Ausdehnung des Angebots, das bislang rund 2 000 Nutzer pro Jahr hat, auf weitere Stadtwerke-Standorte ist geplant.
    www.stadtwerke-elm-lappwald.de
  • Naturstromprodukte gehören längst zum Portfolio der Veolia-Stadtwerke. So entspricht BS|Naturstrom Gold den strengen Anforderungen des Labels Grüner Strom, dem Siegel für Ökostrom mit besonders hohem Umweltnutzen.
    www.bs-energy.de

Mobil in die Zukunft

Reduktion des jährlichen CO 2-Ausstoßes um 25%

Unser Fuhrpark ist ein wesentlicher Emittent von Treibhausgasen. Deshalb suchen wir in allen Geschäftsbereichen nach Möglichkeiten der Optimierung.

  • Dank der Einführung eines modernen Telematik-Systems für Entsorgungsfahrzeuge, der schrittweisen Umstellung des Fuhrparks auf Euro10-Norm und der Fahrtrainings für Kraftfahrer in den Jahren 2014 und 2015 konnte der Kraftstoffverbrauch je gesammelte Tonne kommunalen Abfalls um rund 20 Prozent verringert werden.
  • Der BS|ENERGY Leasing-Fuhrpark mit 170 Fahrzeugen wurde bis 2014 komplett neu ausgerichtet. Heute fahren 33 Prozent der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (25 elektrisch, 30 Erdgas). Die Zahl der Fahrzeuge sank bei gleichbleibender Nutzerzahl. Die Gesamtkosten konnten wir um 10 Prozent pro Jahr senken. Insgesamt reduzieren wir so den jährlichen CO2- Ausstoß um 25 Prozent.
  • BS|ENERGY war Konsortialführer des 2015 beendeten Projekts Fleets Go Green. Unsere rein elektrisch angetriebenen 25 Fahrzeuge dienten als Datenbasis für die ganzheitliche Analyse und Bewertung der Umwelteffizienz von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen in der Alltagsnutzung am Beispiel des Flottenbetriebs.
  • Unsere Stadtwerke fördern das Thema Elektromobilität zusätzlich als Betreiber von Elektrotankstellen. Bei BS|ENERGY sind sieben Ladepunkte im öffentlichen und semi-öffentlichen Bereich in Braunschweig sowie 24 Ladepunkte auf dem Firmengelände in Betrieb. 2015 nahm der niedersächsische Verkehrsminister in Braunschweig die erste von 17 mit Naturstrom betriebenen Schnellladesäulen für Elektroautos in Betrieb.
  • Veolia setzt sich außerdem für die Erprobung neuer Mobilitätstechnologien ein, so z. B. mit EMIL. Das steht für Elektromobilität mittels induktiver Ladung und ist ein Projekt zur erstmaligen Echtanwendung induktiver Ladung von Elektrobussen im Linienbetrieb.
    www.bs-energy.de

Biologische Vielfalt schützen

22000 Tonnen Kompost und Strom für 1800 Einfamilienhäuser

Ob beim Management von Wasserkreisläufen, bei der Optimierung von Energiesystemen oder bei der Gewinnung von Recyclingrohstoffen aus Abfall – unsere operative Tätigkeit hat einen engen Bezug zum Thema Biodiversität.

An relevanten Standorten wollen wir Biodiversität analysieren und Maßnahmen zur Entwicklung umsetzen. Dazu fragen wir seit 2014 über das Umweltreporting die Nähe unserer Standorte zu Schutzgebieten, den Anteil unversiegelter Fläche und das Vorkommen geschützter Arten ab und ermitteln Schwerpunktstandorte. 2015 wurden drei Standorte identifiziert. Gemeinsam mit dem NABU setzen wir hier schrittweise Verbesserungen um.

  • In Essenheim, wo aus Bioabfall und Grünschnitt pro Jahr 22 000 Tonnen Kompost und Strom für 1 800 Einfamilienhäuser erzeugt werden können, setzen sich die Kollegen für Naturschutz ein. Gemeinsam mit dem NABU Mainz und Umgebung sowie weiteren Partnern pflegen sie eine Streuobstwiese und einen Teich als Biotope, legten Räume für Kleinlebewesen und blühende Wiesen an, bauten Nisthilfen für Insekten und Gebäudebrüter und begrünten Hallenwände.
    www.nabu-mainz.de

Über das operative Geschäft hinaus unterstützen wir seit 2010 gemeinsam mit dem NABU das größte europäische Flussrenaturierungsprojekt, die Renaturierung der Unteren Havel. Sie soll als naturnahe Fluss- und Auenlandschaft mit überregionaler Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz erhalten bleiben. Damit leisten wir einen Beitrag zur Bewahrung von Biodiversität und zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

2014 sind wir der Biodiversity in Good Company-Initiative beigetreten, um unser Engagement gemeinsam mit anderen Unternehmen wirksamer zu gestalten.
www.business-and-biodiversity.de