Einführung

Markt

Übergreifend für alle Geschäftsbereiche von Veolia in Deutschland haben wir das Thema Ressourcenschutz als bedeutendste Herausforderung in den Mittelpunkt unserer Markenpositionierung gestellt. Die Entwicklung von kundenspezifischen und innovativen Angeboten zum verbesserten Zugang zu wertvollen Ressourcen, zu ihrem Schutz und ihrer Regenerierung ist unser Kerngeschäft. Wir sehen darin unseren spezifischen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. 

01 Ziele

Wir erbringen erstklassige Dienstleistungen für Kommunen und industrielle Partner.

  • Wir führen die drei Geschäftsbereiche zusammen und präzisieren die Rolle der transversalen Funktionen.
  • Wir wachsen aus unseren bestehenden Standorten und Partnerschaften heraus.
  • Wir verbessern unsere Geschäftsprozesse im Hinblick auf Effektivität, Effizienz und Prozesssicherheit kontinuierlich. Unsere internen Prozesse werden weiterhin standardisiert.
  • Wir stellen eine nachhaltige Lieferantenkette sicher.

Wir entwickeln neue Dienstleistungsmodelle mit gesellschaftlichem Mehrwert.

  • Wir bieten unseren Industriekunden integrierte Lösungen an.
  • Wir verstärken die Innovationskapazitäten unseres Unternehmens.
02 Erfolge
  • Das Thema Innovation erhielt mit der Einstellung eines Innovationsmanagers einen höheren Stellenwert für die Unternehmensgruppe.
  • Unternehmensweit wurde ein Lean-Management-Programm initiiert, das der Optimierung und Standardisierung der Geschäftsprozesse dient.
03 Verbesserungspotenzial
  • Das interne Innovationsmanagement ist übergreifend für alle Geschäftsbereiche zu gestalten.

Prägend für jeden der drei Geschäftsbereiche sind zugleich die kontinuierlichen Verbesserungsprozesse, die wir im Rahmen von zertifizierten Managementsystemen anstoßen. Zusätzlich erhält das Innovationsmanagement einen wachsenden Stellenwert, um unsere Dienstleistungen auf der Grundlage eigener Ideen, aber auch durch Kooperationen mit Hochschulen oder Start-ups wirkungsvoller zu gestalten.

Im Jahr 2015 ist der Umsatz gegenüber 2014 von 1 757 Mio. Euro auf 1 667 Mio. Euro zurückgegangen. Aufgrund der Reduktion von Kosten und Verwaltungsaufwand hat der Umsatzrückgang keine Auswirkungen auf die Rentabilität.

Bericht Markt

Erstklassige und integrierte Dienstleistungen

Für die gemeinsame Marktpositionierung der drei Veolia-Geschäftsbereiche ist das übergreifende Motto „Ressourcen für die Welt“ und die darauf basierende strategische Ausrichtung eine wichtige Voraussetzung.

Um uns als erstklassiger Dienstleister zielgerichtet weiterzuentwickeln, haben wir zentrale Aufgabenfelder wie Personal, Einkauf, Kommunikation, IT und Vertrieb für das ganze Unternehmen in transversalen, das heißt geschäftsbereichsübergreifenden Funktionen zusammengeführt. Zugleich nutzen wir zertifizierte Managementsysteme für die Optimierung unserer Arbeit. So waren 2015 knapp 90 Prozent unserer Geschäftsaktivitäten durch DIN EN ISO 9001, 50 Prozent durch DIN EN ISO 14001 und 45 Prozent durch ein Arbeitssicherheitsmanagementsystem (z. B. OHSAS 18001 oder BS 8800) abgedeckt. Aus dieser umfassenden Perspektive heraus stoßen wir im Rahmen unserer zertifizierten Managementsysteme kontinuierlich ökologische, soziale und betriebliche Verbesserungen an. Zusätzlich sorgen wir mit dem 2015 begonnenen Lean-Management-Programm für immer effizientere und wirksamere Geschäftsprozesse nach gemeinsamen Standards eine wesentliche Bedingung für den Erfolg am Markt.

Die fachlichen Kompetenzen unserer Geschäftsbereiche Wasser, Energie und Entsorgung führen wir mit dem Konzept des Cross Selling zusammen. Dabei nutzen wir unser Unternehmen Veolia Industrieservice als Plattform, um insbesondere Industriekunden unsere umfassenden Dienstleistungen aus einer Hand anzubieten.

Veolia hat die Gesellschaft Nuon Energie und Service GmbH erworben. Als umfirmierte Veolia Industriepark Deutschland GmbH sind wir Betreiber des Industrieparks Niederau in Düren sowie Eigentümer und Betreiber des Bizzpark Oberbruch, eines Industrieparks in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen). Mit dieser Akquisition treiben wir die Entwicklung des Industriegeschäfts von Veolia in Deutschland voran und erwarten für die kommenden zwölf Jahre einen kumulierten Umsatz von 287 Millionen Euro.

Im Bizzpark Oberbruch arbeiten rund 1 000 Mitarbeiter in verschiedenen Industriebetrieben, darunter Produzenten und Verarbeiter von Lebensmitteln sowie Hersteller von Karbonfasern und Brennstoffzellen.

Der Industriepark Niederau ist Standort insbesondere chemischer Unternehmen. An beiden Standorten versorgt Veolia die Parks mit Strom, Gas, Wasser und Dampf und vermittelt Abfallmanagement. Heinsberg verfügt über eine Kläranlage, Düren über ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk sowie ein Druckluftnetz. Wir möchten gemeinsam mit den Kunden und dem Flächeneigentümer in Düren den ökologischen Fußabdruck der Parks verringern und das Ressourcenmanagement optimieren.
www.veolia.de/industriepark

Für Industrie und Kommunen gilt gleichermaßen, dass wir ein organisches Wachstum rund um unsere bestehenden Standorte sowie eine Ausweitung von Partnerschaften anstreben und dabei Synergien nutzen. Wie das gelingt, zeigen Auftragseingänge aus 2015:

  • Die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland hat die europaweite Ausschreibung des Abwasserzweckverbands Wipper-Schlenze gewonnen und ist seit 2015 für weitere fünf Jahre technischer Betreiber der Abwasseranlagen.
    www.midewa.de
  • Die OEWA Wasser und Abwasser GmbH reinigt seit Oktober 2015 im Auftrag der Gemeinde Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) die Abwässer von drei Ortsteilen und baut damit ihr Engagement in Sachsen aus.
    www.oewa.de
  • Der langjährige Bestandskunde BOMAG, ein weltweit tätiges Maschinenbau-Unternehmen, hat 2015 seinen Auftrag erweitert und Veolia Industrieservice zusätzlich zum externen Schrottmanagement mit dem Unterhalt und der Reinigung der Hallen sowie der Pflege der Außenanlagen mit dem internen Abfallmanagement beauftragt.
  • Veolia konnte für die Jahre 2015 bis 2021 den Entsorgungsdienstleistungsvertrag mit dem Landkreis Helmstedt erneut gewinnen. Zusätzlich zu den bisherigen Dienstleistungen übernimmt Veolia die Papiersammlung für die rund 100 000 Einwohner.
  • Die Stadtwerke Springe übernehmen für zehn Jahre die Betriebsführung und Optimierung der Energiezentrale der Heimvolkshochschule Springe. Ein modernes Erdgas-BHKW ersetzt den alten Gaskessel, versorgt fünf weitere Gebäude mit umweltfreundlicher Nahwärme und spart so 55 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein.
    www.stadtwerke-springe.de
  • Die TVF Waste Solutions, die auf Klärschlammentsorgung spezialisierte Tochtergesellschaft der OEWA, hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Entsorgung aller Reststoffe der Kläranlagen der Süd-Oberlausitzer Wasser und Abwasser GmbH (Landkreis Görlitz) für weitere fünf Jahre bekommen. Auch für die Stadt Prenzlau ist es der TVF gelungen, den Vertrag für die Klärschlammentsorgung um ein weiteres Jahr zu verlängern.
    www.tvf-waste.de

Mit innovativen Angeboten und Formaten für die Kundenansprache erhöhen wir die Attraktivität unserer Dienstleistungen.

  • Der Geschäftsbereich Entsorgung bündelt seine Angebote für Bestandskunden in einem neu geschaffenen Kunden-Portal. Dieses ermöglicht es, rund um die Uhr und mit höchster Datensicherheit direkt Bestellungen aufzugeben, alle Entsorgungsprozesse zu dokumentieren und für die erbrachten Dienstleistungen individuell Analysen und Berichte einschließlich Kennzahlen zu erstellen.
  • BS|ENERGY wurde 2015 beim Internationalen Lieferantentag des Landmaschinen-Herstellers CLAAS als „Lieferant des Jahres“ für die außergewöhnliche Beratungskompetenz des Unternehmens gewürdigt.
    www.bs-energy.de
  • Das Energieeffizienz-Quartier Hungerkamp wurde 2015 als Vorbild für neue Systeme zur kommunalen Energieversorgung mit dem Global District Energy Climate Award ausgezeichnet.
  • 2015 haben BS|ENERGY an 680 Standorten und die Stadtwerke Görlitz an 47 Standorten Energieaudits in Kooperation mit Dienstleistern durchgeführt.
  • BS|ENERGY bietet in Kooperation mit dem Bürgerverein Regionale Energie- und Klimaschutzagentur kostenlose Erstberatungen zu allen Themen der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien an, informiert über Förderprogramme und vermittelt Energieausweise. Zwischen September 2015 und Februar 2016 wurden rund 150 Beratungen durchgeführt.
    www.braunschweig.de/energieberatung

Nachhaltige Lieferkette

2014 und 2015 wurden keine tatsächlichen und potenziell negativen menschenrechtlichen Auswirkungen in der Lieferkette registriert

Über alle Geschäftsbereiche hinweg nutzen wir die Plattform Ecovadis, um jedes Jahr die im Hinblick auf den Umsatz und die Nähe zum Kerngeschäft wichtigsten Lieferanten nach ihrer nachhaltigen Unternehmenspraxis zu befragen. Die Ergebnisse werden ausgewertet und nötige Verbesserungen vereinbart.

So erreicht Veolia eine verlässliche Überprüfung von sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekten bei seinen wesentlichen Zulieferern und Auftragnehmern. Außerdem sind Nachhaltigkeitskriterien Teil der allgemeinen Geschäftsbedingungen von Veolia in Deutschland. 2014 und 2015 wurden keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Arbeitspraktiken, Gesellschaft und Umwelt in der Lieferkette registriert.

Damit stellt Veolia auch eine verlässliche Überprüfung von Menschenrechtsaspekten bei seinen wesentlichen Zulieferern und Auftragnehmern sicher. Die Wahrung der Menschenrechte sowie die Ächtung von Zwangs- und Kinderarbeit wurden in die allgemeinen Einkaufsbedingungen von Veolia in Deutschland aufgenommen. 2014 und 2015 wurden keine tatsächlichen und potenziell negativen menschenrechtlichen Auswirkungen in der Lieferkette registriert.

GRI-Indikatoren
G4-HR1 Alle signifikanten Investitionsvereinbarungen und verträge enthalten Menschenrechtsklauseln oder wurden unter Menschenrechtsaspekten geprüft.
G4-HR9 Alle Geschäftsstandorte wurden im Hinblick auf Menschenrechte oder menschenrechtliche Auswirkungen geprüft.
G4-HR10 Alle neuen Lieferanten wurden anhand von Menschenrechtskriterien überprüft.
G4-HR11 Es sind keine tatsächlichen und potenziell negativen menschenrechtlichen Auswirkungen in der Lieferkette zu berichten. Maßnahmen mussten nicht ergriffen werden.

Innovationen anstoßen

Das Innovationsmanagement erhält seit 2015 durch die Einstellung eines Managers einen höheren Stellenwert. Er ist eingebunden in das internationale Netzwerk von Veolia- Forschungseinrichtungen, zugleich vernetzt mit einem Kreis von operativen Experten bei Veolia in Deutschland und im Kontakt mit Hochschulen und Wissenschaft, um innovative Ideen zu generieren und voranzubringen.

Der Antrieb für Forschung und Entwicklung von Innovationen ist einerseits die Verringerung der Auswirkungen der eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit der Veolia-Gruppe und andererseits die Unterstützung von Kunden bei der Verringerung ihres Umwelt-Fußabdrucks.

Eines unserer wesentlichen Innovationsprogramme ist seit mehreren Jahren Water2Energy.
www.veolia.de/water2energy

Seit 2015 erhält das Innovationsmanagement einen höheren Stellenwert

In der Kläranlage Schönebeck mit einer Kapazität von 90 000 Einwohnerwerten und einem Gesamtstromverbrauch von 1,45 GWh/Jahr wurden der Wärmetauscher für die Faulung und die CO-Vergärung mit beigemischten organischen Stoffen optimiert. Im Ergebnis sank der Stromverbrauch um 0,5 GWh/Jahr, die Biogas-Gewinnung stieg um 35 Prozent, die Stromerzeugung um 58 Prozent.

  • Im EU-Projekt Powerstep, an dem wir beteiligt sind, erfolgt seit 2015 die wissenschaftliche Demonstration energie-positiver Kläranlagen – u. a. in Döbeln und Braunschweig –, in denen Energie aus Abwasser gewonnen wird.
    www.ipm.fraunhofer.de

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Innovationen liegt in der Rückgewinnung von Rohstoffen bei Entsorgungsprozessen, die anschließend als recycelte Rohstoffe in Produktionskreisläufe zurückgeführt werden. So haben wir 2014 Projekte für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Abfällen sowie von Phosphor und Stickstoff im Abwasser-Klärprozess angestoßen.

Für Sortierreste, die für die stoffliche Verwertung nicht mehr geeignet sind, streben wir im Rahmen des Konzepts Waste2Energy eine möglichst hochkalorische Verwertung als Ersatzbrennstoff an. Veolia ist in Deutschland Marktführer bei der Produktion von Ersatzbrennstoffen.

Wesentliche Inspirationen für Innovationsprozesse geben auch die Mitarbeiter von Veolia. Das wurde beispielsweise beim jährlich ausgeschriebenen internen Veolia-Nachhaltigkeitspreis deutlich, an dem sich 2014 und 2015 jeweils knapp 60 Beschäftigte mit etwa 25 Projekten beteiligten.
www.veolia.de

Mehrere Unternehmen der Gruppe verfügen zudem über ein systematisches Vorschlagswesen, das es zu einem übergreifenden Innovationsprogramm für Veolia in Deutschland weiterzuentwickeln gilt.

Darüber hinaus begannen 2015 die Vorbereitungen für das Start-up-Programm U-START von Veolia in Deutschland, das 2016 ins Leben gerufen wurde. Wir möchten als Industriementor gemeinsam mit erfahrenen Partnern aus der Gründerszene junge Unternehmer bei der Entwicklung innovativer Ideen mit Zukunftspotenzial für unsere Geschäftsfelder unterstützen und langfristige Kooperationen ermöglichen.
www.veolia.de/u-start